Montag, 20. November 2017

Die Stunde des Wolfs - Simo Hiltunen



** Die Stunde des Wolfs **

von

~~ Simo Hiltunen ~~


Kriminalroman
496 Seiten
erschienen im
Rütten & Loening
Aufbau-Verlag


Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
„Du willst das Böse sehen – um deinem wahren Ich zu begegnen.“
Es ist mehr als eine Schlagzeile: Ein Polizist ermordet seine Familie und schließlich sich selbst. Lauri Kivi, ein Reporter, der sich auf Verbrechen spezialisiert hat, ist entsetzt. Zu Gewalt hat er eine besondere Einstellung – in seiner Jugend wurde er von seinem Vater so misshandelt, dass er auf einem Ohr taub ist. Je mehr er recherchiert, desto genauer erkennt er ein Muster. Jemand scheint hinter diesen Morden zu stecken und sie den Familienvätern in die Schuhe zu schieben. Da ihm niemand glaubt, versucht Lauri, den Täter zu provozieren, um selbst ins Fadenkreuz zu geraten. Doch der Mörder nimmt jemand anderen ins Visier: das Mädchen Aava, Lauris heimliche Tochter.




Meine Meinung
Als Fan der skandinavischen Krimi-Literatur war ich so gespannt auf dieses Buch und wurde dann leider etwas enttäuscht.
Laut Angabe soll der Autor, Simo Hiltunen, ein finnischer Journalist sein, doch dem Schreibstil und dem sich verlieren in einer Geschichte, merkt man dies nicht an. Immer wieder wird man von einer jetzigen Situation mitten im Text in eine ähnliche, damit zusammenhängende bzw. ausschlaggebende, frühere Situation geworfen. Hier wäre vielleicht, zum besseren Verständnis, der Wechsel des Schriftbilds angebracht gewesen. Dazu noch viele holprige Sätze, die ich manchmal 2-3 lesen musste um sie zu verstehen, dies hat den Lesefluss gestört. Die Protagonisten an sich waren gut angelegt und mit der Hauptperson Lauri Kivi, dem Polizeireporter einer finnischen Zeitung, hat der Autor einen tollen Mann erschaffen, der aber auch sein Päckchen zu tragen hat. Eine schlimme und brutale Kindheit, eine schwierige Ehe mit Paula, wo er kurz vor einer nicht mehr rückgängig zu machenden Katastrophe, rechtzeitig das Weite gesucht hat und eine berühmte Tochter, Aava, die bis heute dachte, das ihr Vater tot sei. Diese privaten Tatsachen und die Suche nach dem Familienmörder haben Lauri ziemlich zugesetzt. Ein starker Charakter, nach außen hart und kompromisslos, aber innerlich zart und sehr verletzlich.



Fazit
Ein Kriminalroman, der meine hohen Erwartungen leider nicht ganz erfüllen konnte. Neben einigen Schwächen, hat mich vor allem der Hauptprotagonist überzeugen und begeistern können. Zudem fand ich die Vorgehensweise der Taten und den Grund dafür spannend erläutert.



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Der Todesmeister - Thomas Elbel



** Der Todesmeister **

von

~~ Thomas Elbel ~~


Thriller
512 Seiten
Victor Puppe / Band 1
erschienen im
BLANVALET-Verlag



Kurz zur Geschichte
(lt. Seite des Autors)

ER FÄNGT SIE. ER FILMT SIE. ER FOLTERT SIE. ER IST DER MEISTER DES TODES.

An der Oberbaumbrücke wird die Leiche eines jungen Mädchens angespült. Der Körper weist grausame Folter- und Missbrauchsspuren auf. Es handelt sich um die Nichte des Berliner Justizsenators, und sie scheint nicht das einzige Opfer zu sein: Im Internet tauchen Videos auf, in denen junge Frauen auf perverse Weise zu Tode gequält werden. Viktor von Puppe, frisch aus dem Innenministerium zum Berliner LKA gewechselt, und seine Kollegen stehen unter Druck, doch in höheren Kreisen scheint nicht jeder an einer Aufklärung interessiert zu sein.




Meine Meinung
Dieser Thriller ist Band 1 einer neuen Serie mit Viktor von Puppe. In dieser Geschichte zieht die Tat ihre Spuren bis in die hohen Kreise, doch von den Herren möchte natürlich niemand erkannt bzw. bloßgestellt werden. Also wundert es nicht, das dem Ermittler-Team Steine in den Weg gelegt werden, und als die Akten zu schnell geschlossen werden, drängt sich einem förmlich der Verdacht auf, das die Spitze des Eisbergs noch nicht erreicht ist. 
Leider muss ich gestehen, das ich mit den Charakteren nicht richtig "warm" geworden bin, bis zum Ende hin. Lag es vielleicht an der derben Aussprache und Umgangsweise miteinander? Es ist zwar die Geschichte, die sich der Autor ausgedacht hat, aber ich persönlich empfinde es leider so. 
Als Thriller-Fan war mir leider auch schon nach wenigen Seiten klar, wer der Täter sein muss, da zwei Hinweise so nebenbei nur erwähnt wurden, die mir aber sofort im Gedächtnis blieben und ich diese dann am Ende auch bestätigt wusste. Also keine große Überraschung und keine Wendung, die meine These auf den Kopf gestellt hätte. 
Was der Autor, Thomas Elbel, aber sehr gut kann, sind die Beschreibung von Situationen die beängstigend, beklemmend und unerträglich sind. Die Gefühle die die Opfer in dem Moment haben, die Ängste die sie ausstehen müssen, das Fertigwerden mit der Konfrontation wenn der Täter sich zeigt und zu ihnen spricht. Das und der Werdegang des Täters, haben für mich das Buch lesenswert gemacht. Der Rückblick in die Kindheit und warum er so wurde wie er nun ist. Was war der Wendepunkt, die ausschlaggebende Situation und welche, ihm nahe stehenden, Menschen waren daran beteiligt. Das hat mir gut gefallen, obwohl ich es in letzter Zeit sehr oft gelesen haben, schlimme Kindheit, böse Familie und Co. 




Fazit
Leider ein Thriller, der für mich erst richtig spannend wurde, als man Einblicke in das Täterleben bekam und sich die dramatische Lage, zum Ende hin, extrem zugespitzt hat. Der Schreibstil ist gut zu lesen, nur die derbe Ausdrucksweise war leider nicht so mein Ding.



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Dienstag, 14. November 2017

M.I.A. Das Schneekind - Edgar Rai & Kathrin Andres



** M.I.A. - Das Schneekind **

von

~~ Edgar Rai & Kathrin Andres ~~


Thriller
272 Seiten
erschienen im
AUFBAU - Verlag
RÜTTEN & Loening



Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
„Was ist der Mensch?“

Sandra hat eben die Affäre mit ihrem Chef beendet, als sie auf einer vereisten Straße in den Schweizer Bergen in einen Unfall verwickelt wird. Der Fahrer stirbt, doch ein Mädchen auf dem Rücksitz ist offenbar unverletzt: die neunjährige Mia. Von ihrer Adoptivmutter wird sie in ein Forschungsinstitut gebracht. Sandra darf das Mädchen fortan nicht mehr sehen – vielmehr geraten alle in Gefahr, die mit Mia zu tun hatten. Ein Haus geht in Flammen auf, eine Leiche wird gefunden – und Sandra wird plötzlich verfolgt.

Ein atmosphärischer dichter Thriller um ein Mädchen mit besonderen Fähigkeiten.



Meine Meinung
Ein Thriller der einem Angst macht, wie weit die Forschung in das Menschenleben eindringen und es somit bestimmen bzw. vorherplanen kann. In dieser Geschichte wird dieses Thema von allen Seiten beleuchtet und real und vorstellbar erläutert. Sandra, die Hauptperson, kommt diesem Wahn auf die Spur, doch eigentlich erst unfreiwillig nach dem Autounfall, als sie Mia aus dem verunglückten Auto rettet. Doch als sie den erneuten Kontakt zu dem kleinen Mädchen herstellen will, wird sie immer wieder abgewiesen und angelogen. Das wird ihr aber erst bewusst, als in ihrem Umfeld brutale Dinge geschehen, Menschen verletzt oder zu Tode kommen, die Sandra mit eingeweiht hat, sich auf die Spur der Forschungsanstalt zu machen. Je tiefer sie sich mit dem Institut beschäftigt, umso mehr fühlt sie sich verfolgt und unter Druck gesetzt die Finger davon zu lassen. Doch sie lässt sich nicht abwimmeln, denn Mia muss gerettet werden. 
An einigen Stellen hätte ich mir mehr Tiefgründigkeit in der Thematik "Der Mensch 2.0" gewünscht, aber wahrscheinlich wäre es dann zu wissenschaftlich und zu unverständlich geworden. Hier hat das Autoren-Duo Rai & Andres den Mittelweg genommen und lag damit völlig richtig. Durch die nicht zu langen Kapitel ist die Story recht flott zu lesen und der angenehme Schreibstil hat sein übriges dazu beigetragen.



Fazit
Ein Buch welches mich als Leserin sehr beschäftigt hat, denn irgendwann könnte es wirklich so geschehen, das Menschen "entstehen", die uralt werden, dabei aber keine Krankheiten und Gebrechen entwickeln. Zudem würde ich es eher als Krimi, denn als Thriller bezeichnen, denn für einen Thriller war es mir etwas zu "soft". Aber als guten Krimi kann man das Buch durchgehen lassen.



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Montag, 13. November 2017

Die Frau im hellblauen Kleid - Beate Maxian




** Die Frau im hellblauen Kleid **

von

~~ Beate Maxian ~


Roman
448 Seiten
erschienen
am 13. November 2017
bei Randomhouse / HEYNE



Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
Wien. Marianne Altmann, einst ein gefeierter Filmstar, ist schockiert, als sie von Plänen ihrer Tochter Vera erfährt. Diese möchte einen Film über ihre Familie drehen. Marianne fürchtet, dass nun auch die Abgründe der Familie ans Tageslicht kommen könnten, und mit ihnen ein lange zurückliegendes Vergehen. Es reicht zurück ins Jahr 1927, als ihre Mutter Käthe in einem geliehenen Kleid am Theater vorsprach. Der Beginn einer beispiellosen Karriere – und einer verhängnisvollen Bekanntschaft mit Hans Bleck, der zum mächtigen Produzenten der Ufa aufsteigen sollte.



Meine Meinung
In einer alten Villa in Wien leben die Altmann-Frauen. Das Oberhaupt ist die alternde Schauspielerin Marianne, die früher große Erfolge mit ihrem Ehemann Fritz in der Filmwelt gefeiert hat. Nun lebt sie sehr zurückgezogen mit ihrer Tochter Vera und Enkelin Sophie unter einem Dach. Alles könnte so harmonisch sein, wäre Vera nicht auf die Idee gekommen, eine Dokumentation über das Leben ihrer Mutter zu machen. Diese ist nicht begeistert, da man sofort spürt, das sie einige Geheimnisse seit Jahren unter Verschluss hält und nicht möchte, das diese jemals ans Tageslicht kommen. Als Marianne dann endlich einwilligt, möchte sie aber, das der Film bei ihrer Mutter, Käthe Schlögel beginnt. Diese fing in den 20er Jahren an, sich von ihrem Elternhaus abzuseilen um ihren Traum auf den Theaterbühnen der Welt zu leben. Wie man sich zur damaligen Zeit vorstellen kann, waren die Eltern nicht gerade begeistert und es kam zum Bruch. 
Nun wird in abwechselnden Kapiteln der Werdegang von Käthe erzählt und gleichzeitig sind wir im Heute bei den drei Damen und deren Leben zu Gast. Marianne versucht einiges zu verheimlichen, Vera putzt Klinken um Sponsoren und eine Filmfirma zu finden um die Doku zu drehen und Sophie hat einige Jobs in der Film- und Werbebranche. Hinzu kommt noch eine Liebelei, die leider von Hause aus unter keinem guten Stern steht. 
Der Lebenslauf von Käthe, der Mutter von Marianne, ist hervorragend aufgezeichnet worden. Man lebt und leidet mit ihr, möchte ihr unter die Arme greifen und helfen wo man kann. Vor allem in den Jahren der Nazizeit hat es Käthe nicht einfach, denn immerhin muss sie hier eine List anwenden, die, wenn es rauskommen sollte, schlimmste Folgen haben könnte. Diese Zeit hat die Autorin sehr extrem, bedrückend und beängstigend beschrieben, so das ich beim Lesen selbst ein bisschen Angst bekam, wie damals mit den Juden umgegangen wurde, wie menschenverachtend und skrupellos. Eine Zeit die alle, die diese miterleben mussten, bis zum Lebensende verfolgen wird. 
Die Story gewährt Einblicke hinter die Kulissen der Filmbranche wo oft Neid, Missgunst, Hass und Abgehobenheit das Leben bestimmen. Es ist nicht immer alles Gold was glänzt.
Der Schreibstil von Beate Maxian ist klar, geradeaus und verständlich, die Protagonisten sind hervorragend und liebevoll herausgearbeitet. Trotz der vielen Personen, die vorkommen, ist die Übersicht nicht verloren gegangen.



Fazit
Ein toller Roman über die Erzählung der Schauspieler-Dynastie, aber mir wurde es an einigen wenigen Stellen zu langatmig und wiederholend. Das ist aber eine persönliche Geschmackssache und soll nicht den Inhalt der Geschichte schmälern. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt.



~ Zur Autorin ~
(lt. Verlagsseite)
Die Österreicherin Beate Maxian wurde in München geboren und verbrachte ihre Jugend u.a. in Bayern und im arabischen Raum. Heute lebt sie mit ihrer Familie abwechselnd in Oberösterreich und Wien und arbeitet neben dem Schreiben als Moderatorin und Journalistin sowie als Dozentin an der Talenteakademie. Ihre in Wien angesiedelten Krimis um die Journalistin Sarah Pauli haben eine treue Leserschaft erobert und sind Bestseller in Österreich. Des Weiteren ist Beate Maxian die Initiatorin und Organisatorin des ersten österreichischen Krimifestivals: Krimi-Literatur-Festival.at




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Sonntag, 12. November 2017

Die Stille zwischen Himmel und Meer - Kati Seck




** Die Stille zwischen Himmel und Meer **

von

~~ Kati Seck ~~


Roman
302 Seiten
erschienen im
LÜBBE Verlag



Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
Nirgends hörst du dein Herz deutlicher als in der Stille zwischen Himmel und Meer.
Die Nordsee im Herbst. Nirgends ist der Himmel weiter, die Luft klarer und das Meer beeindruckender. Genau deswegen ist Edda hierhergekommen. Aber die junge Frau ist nicht wie andere Touristen. Sie fürchtet sich vor dem endlosen Himmel und dem unbeherrschten Meer. Sie ist jedoch fest entschlossen, sich der Angst zu stellen und dem Himmel ins Gesicht zu lachen. Hier begegnet sie einem Mann, der genau wie sie mit seiner Vergangenheit kämpft. Eine Begegnung, die beide verändern wird.



Meine Meinung
Edda Sturm macht Urlaub um sich an der Nordsee der Weite des Himmels und der Unendlichkeit des Meeres zu stellen. Zudem möchte sie die Ängste überwinden und neuen Mut fassen. Nach 12 Jahren entkommt Edda einem Martyrium der schrecklichsten Art. Sie muss danach wieder lernen, die Sonne und den Wind auf der Haut zu spüren. Diese Kapitel, mit den Beschreibungen aus der Kindheit von Edda, haben mich sehr beschäftigt und mitgenommen. Eindringlich, ängstlich und bedrückend fast die Autorin diesen Lebensabschnitt in Worte und Gedanken. Nach einer sehr schwierigen Zeit im "neuen Leben" mit ihrer echten Mutter, fast sie den Entschluss sich ihren Ängsten zu stellen und bucht einen Urlaub an der Nordsee. Edda will wieder die Kontrolle über ihr Leben haben, möchte entscheiden was wann passiert und sich nicht mehr dirigieren lassen. Mit Blick auf das Meer und den nahen Strand bezieht Edda ihr Ferienhaus. Doch wegen eines Fehlers ihrer Vermieterin wurde das Haus doppelt gebucht und Edda wird mit Sebastian konfrontiert, mit dem sie nun eine Not-WG gründen muss, bis er eine andere Unterkunft findet. Nach einiger Zeit merken beide, das der jeweils andere einiges an seelischen und psychischen Ballast mit sich herum schleppt. Mit stummen Einverständnis nähern sie sich an und greifen sich dabei gegenseitig unter die Arme. 
Kati Seck kann das Meer und den Himmel beschreiben wie keine Andere. Mit tollen poetischen Ausrücken, Beschreibungen und künstlerischen Sätzen malt sie die Gedanken von Edda vor mein inneres Auge. Zum Glück sind es nicht viele Personen die in der Geschichte vorkommen, aber das muss so sein, denn so haben die, die dabei sind, viel Raum und Platz um sich zu entfalten. Als Leserin bin ich Edda so nah gekommen, wie in letzter Zeit, keinem anderen Buch-Charakter. Sie ist einfach liebenswert, sie teilt die Gedanken, Wünsche und Ängste mit mir und lässt sich so tief in die Seele blicken, das man sich ihr nicht entziehen kann.



Fazit
Eine wundervolle und harmonisch geschriebene Geschichte, über Angst, den Mut, die Liebe und das man niemals aufgeben soll. Jeder Mensch ist liebenswert, auch wenn einige denken sich verloren zu haben.



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