Dienstag, 13. Dezember 2016

Alexander Schaub




*** Der Engelmacher von Frankfurt ***
von
~ Alexander Schaub ~

Frankfurt-Krimi
210 Seiten
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Klappentext
lt.amazon.de
Kaltblütig und unberechenbar tötet er die Schatten seiner Vergangenheit.
Eine Serie an Ritualmorden hält Frankfurt in Atem. Der Täter bahrt blonde Frauen wie Engel auf, heftet ihnen Flügel an, löst die Zunge heraus und stopft ihnen eine Schlange in den Mund. Die Presse tauft ihn „Engelmacher“.
Privatdetektiv Tom Martini gerät ins Fadenkreuz der Ermittler. Er nimmt die Fährte des Mörders auf, an deren Ende ein dunkles Geheimnis auf ihn wartet.


Wer noch mehr über Band 1 wissen mag, der liest sich meine Rezension durch:



Der zweite Band erscheint Anfang/Mitte Februar 2017 und heißt


*Der Schatten des Engelmachers*
(Cover gibt es noch keines)


Hier schon mal eine EXKLUSIVE kleine Leseprobe, um uns die Zeit bis dahin zu verkürzen.



Prolog

18. Dezember 2012, Uhrzeit unbekannt

Es war dunkel. Es war kalt. Es war feucht. Es war totenstill. Es war wie in einem Grab. 
Die Zeit verrann langsam, sehr langsam. Ohne jeden optischen oder akustischen Reiz war es nicht auszuhalten. Meine Handgelenke schmerzten. Die Seile, mit denen ich gefesselt worden war, schnitten tief in meine Haut. In meinen Füßen breitete sich langsam ein Kribbeln aus. Auch dort waren die Schlingen sehr fest angezogen. 
Ich begann langsam laut zu zählen, um die Zeit zu messen und einfach etwas zu hören. 
Wie war ich nur in diese Situation geraten? Was hatte mich geritten auf dies alles einzugehen?
„Einhundertfünfundneunzig.“
In den letzten Tagen hatte ich viele Entscheidungen getroffen. Gute und schlechte. Wie hieß es so schön, jeder Mensch ist die Summe seiner Entscheidungen. Irgendwo war ich falsch abgebogen. Ja, ein Entschluss war richtig dumm gewesen. Neue Menschen hatten meinen Weg gekreuzt und einen davon wollte ich unbedingt wiedersehen.
„Dreihundertsiebenundsechzig.“
Im Moment erschien mir alles wie ein großes Desaster ohne Chance auf ein Happy End. Ich hatte alle Sicherheit über Bord geworfen und jetzt saß ich hier, gefesselt auf einem alten Holzstuhl.
„Fünfhundertachtundachtzig.“ 
Sollte die Vergangenheit sich wirklich wiederholen? Es sah fast so aus. Die Dämonen, mit denen ich seit mehr als zwei Jahren kämpfte, schienen ihre gierigen, Blut dürstenden Krallen nach mir auszustrecken. Das Monster unter meinem Bett war langsam hervor gekrochen, um mich zu sich zu holen in sein dunkles, krankes und mörderisches Universum.
„Achthundertvierundneunzig.“
Plötzlich – Helligkeit. Kleine Lichtfinger schlängelten sich durch die Maschen des alten Sacks, der über meinen Kopf gestülpt worden war. Schritte neben mir. Sohlen, die sich über einen Steinboden bewegten. Mit einem Ruck verschwand der muffig riechende Stoff vor meinem Gesicht. 
Die Helligkeit blendete mich und ich konnte nichts sehen. Ich blinzelte, schloss die Augen, öffnete sie wieder, sie begannen zu tränen. Die ersten Umrisse des Raums zeichneten sich vor mir ab. Rohe Steinwände. Mir gegenüber eine alte Stahltür, die halb offen stand. Dahinter sah ich einen Gang. Über mir eine Fassung mit einer nackten Glühlampe. Ansonsten war der Raum leer.
Ein Mann stand neben mir, in der Hand den Sack. Ein zufriedenes Grinsen im Gesicht. Nein ... eher schadenfroh. Ich konnte nur seinen Mund erkennen, der Rest seines Gesichts wurde von der gleißend hellen Lampe verborgen. 
„Wer sind Sie?“ 
Er grinste breiter. „Das wissen Sie nicht?“ 
„Nein, würde ich sonst fragen?“
Mein Gegenüber verbarg sich weiterhin hinter der Lampe. „So sehen Sie also aus. Thomas Martini“, spöttisch verzog er die Lippen. „Dieser Name.“
„Was meinen Sie damit?“
„Ich dachte, Sie wären imposanter. Aber Sie wirken ganz normal.“
„Sie haben einen Vorteil mir gegenüber. Sie kennen mich, ich Sie nicht. Also bitte, wer sind Sie?“
„Sie sollten mich kennen. Wir sind uns schon begegnet.“
„Wo denn? Ich kann mich nicht erinnern.“ Ich brauchte Informationen, denn Wissen war im Moment meine einzige Waffe.
Er ließ den Sack auf den Boden fallen. „Sie erinnern sich wirklich nicht ... interessant.“
„Sagen Sie mir einfach, wer Sie sind und was Sie wollen.“
„Was ich will ist simpel.“ Hatte sein Lächeln anfangs schadenfroh gewirkt, so wurde es jetzt bösartig. Das Grinsen eines verrückten, durchgeknallten Killers. Eine Gänsehaut lief mir den Rücken hinunter.
Er trat aus dem Lichtkegel der Lampe,  brachte sein Gesicht so nah vor das meine, dass ich seinen Atem spüren konnte. Seine Nase berührte fast die meine. Da dämmerte es mir. Ich hatte ihn bereits getroffen und ich fühlte mich wie mit Eiswasser übergossen, als er bedrohlich flüsterte: „Ich will Ihr Leben.“