Donnerstag, 22. Dezember 2016

Thomas Staack




*** Fritz für alle Fälle - Katzenjammer***
von 
~ Thomas Staack ~



Krimi 
200 Seiten
erschienen
am 07.Juni 2016
im Mbook Verlag



Klappentext
lt.amazon.de
Das Leben von Sebastian Fritz ist ein Scherbenhaufen. Sein Jurastudium ist gescheitert und er hat keine Ahnung, wie er seinen Lebensunterhalt verdienen soll. Frustriert lässt er sich zum Besuch einer Arbeitsvermittlung überreden. Eine Anzeige bringt ihn dort auf eine Idee: Er will den ausgestorbenen Beruf des Privatdetektivs wiederbeleben. Gleich sein erster Auftrag führt ihn auf die Spur eines Doppelmörders und in die sozialen Brennpunkte von Rhein City, der aus Köln und Düsseldorf zusammengewachsenen Mega-Stadt der Zukunft.



Leseprobe 

Fritz für alle Fälle 
Katzenjammer 

Eine ganze Weile fragte er sich schon, ob John ihn an der Nase herumgeführt und sich einen bösen Scherz mit ihm erlaubt hatte. Das war eine Möglichkeit. Bei dem Gedanken an eine andere fühlte er sich ausgesprochen unbehaglich. Sie schien ihm weit weniger wahrscheinlich, und dennoch wurde er das Gefühl nicht los, dass sie der Wahrheit entsprach, denn sie erklärte den frustrierenden Misserfolg seiner stundenlangen Suche. Jemand hatte die Kadaver beseitigt. Es spielte keine Rolle, ob sie eingesammelt oder in den Rhein geworfen worden waren. So oder so waren sie verschwunden, und ohne sie konnte er weder seine Theorie überprüfen noch herausfinden, ob Mister Nolan unter ihnen war. Ein Geräusch riss ihn aus seinen Gedanken. Es klang wie ein metallisches Stampfen, dessen Herkunft er nicht zuordnen konnte. Orientierungslos drehte er sich um die eigene Achse und ließ den Schein der kleinen Taschenlampe durch die Nacht kreisen. Plötzlich tauchte im Licht einer altersschwachen Straßenlaterne auf der anderen Seite des Hafenbeckens ein gigantischer Schatten auf. Mit hängenden Armen, klobigen Schultern und dem Körperbau eines halslosen Bodybuilders stapfte der Riese durch das trübe Mondlicht und verschwand hinter dem Wrack des ehemaligen Luxushotels, das baufällig, windschief und abrissreif aus der Hafenspitze ragte und an ein gestrandetes Kreuzfahrtschiff auf einem Schrottplatz erinnerte. Lichtblitze zuckten durch die Nacht, es polterte und schepperte. Dann kehrte auf einmal Stille ein. Kurz darauf wehte der Wind einen süßlichen Brandgeruch zu Fritz herüber. Er rannte auf die Holzbrücke, um das Hafenbecken zu überqueren. Erst dann fiel ihm ein, dass der Mittelteil der Brücke vor Jahren abgebrochen und im Rhein versunken war. Fluchend machte er auf dem Absatz kehrt, umrundete den Hafen entlang der Kaimauer. Seine hektischen Schritte störten die Stille und erschienen ihm ungewöhnlich laut. Er schwitzte, Schweißtropfen bildeten sich in seinem Nacken und liefen ihm langsam über Brust und Rücken. Es dauerte lange, bis er keuchend das leblose Gerippe des alten Luxushotels aus Stahl und Glas erreichte. Trübe Lichter brannten in manchen Fenstern und zeugten von der Schlaflosigkeit der verarmten Bewohner, die sich solche Zimmer in den Glanzzeiten des Hotels nicht annähernd hätten leisten können. Am Tag war der Medienhafen ein belebtes Viertel, doch des Nachts traute sich kaum jemand hinaus. Fritz folgte seiner Nase, in der sich immer noch der Brandgeruch festgesetzt hatte, und leuchtete mit der Taschenlampe. In der nebelverhangenen Dunkelheit stolperte er und konnte einen Sturz gerade noch abwenden. Murrend ließ er den Lichtkegel seiner Lampe über den Boden gleiten und fuhr erschrocken zusammen.



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