Sonntag, 16. April 2017

First to find - Charly Essenwanger



** First to find **

von

~~ Charly Essenwanger ~~


Kriminaldrama
356 Seiten
erschienen am
24. März 2017
bei
Books on Demand


Kurz zur Geschichte
Siegfried Distl ist ein normaler Mann, Ende 40, Vater einer Tochter, glücklich verheiratet und arbeitet in einer Traktorfabrik am Band. Zu seinem absoluten Lieblingshobby zählt das Geocaching. Durch puren Zufall trifft er bei so einer Suche seinen ehemaligen Freund, Jakob Muschke, wieder. Dieser hat ihn damals in ein finanzielles Chaos getrieben, durch den Kauf einer Ostimmobilie. Nun bricht in Siegfried wieder alles auf und das Unheil nimmt seinen Lauf.



Meine Meinung
Dieses Buch ist das Erstlingswerk von Charly Essenwanger und ich zolle ihm dafür meinen größten Respekt diese Idee verwirklicht zu haben.
Natürlich ist es klar, das nicht alles zu 100% perfekt ist und es noch einige Schwächen gibt , aber ich habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt.
Sehr schön fand ich den Ablauf der Geschichte, mit Rückblick in das Jahr in dem das Unheil seinen Anfang nahm und wie es danach weitergegangen ist. 
Siegfried Distl ist ein netter normaler Ehemann und Vater, geht seiner Arbeit regelmäßig nach und vertreibt sich die Zeit mit dem Geocachen, bis Jakob Muschke auf den Plan tritt, arrogant, hochnäsig und großkotzig. Doch dann kommen Siegfried unheimliche Gedanken und er setzt diese in die Tat um. Von jetzt auf gleich ändert sich sein Leben komplett. Hier hatte ich das Gefühl, das es jedem so ergehen kann, das jeder solch eine schreckliche Tat begehen kann, wenn er nur weit genug getrieben wird. Das ist dem Autor sehr gut gelungen.
Zudem sind die Personen so angelegt, das man sie entweder gleich mag, oder hasst. Das ist mir bei Jakob Muschke sehr leicht gefallen. Der Oberfiessling schlechthin.
Man merkt das sich der Autor selbst gerne die Zeit mit Geocaching vertreibt, denn hier habe ich beim Lesen gemerkt, das er Ahnung davon hat und es mir, die sich vorher damit nie beschäftigt hat, näher gebracht und verständlich erklärt hat.
Einige Handlungen von Vincent Zeller, dem veganen Hauptkommissar, und seinem Team waren für mich so geschrieben, als würde ich vom Wortlaut her einen Krimi im TV gucken und das Vorgehen bei den Ermittlungen kam für mich etwas zu locker und zu flockig rüber. Es würde viel Kuchen gegessen und Kaffee getrunken. Nach dem Mord hatte der Kommissar sogar noch die nächsten Tage Zeit morgens in Ruhe zu joggen und sich um sein neues Hobby, das Geocachen zu kümmern. Ok, zugestehen muss ich, das dies auch letzendlich zur Lösung beigetragen hat, deswegen sehe ich das mal nicht so eng. 
Wer gerne ein Kriminaldrama liest, mit reichlich Lokalkolorit (Kaufbeuren/Allgäu) und einer ungewöhnlichen Tat, dem lege ich dieses Buch wirklich ans Herz. Mir hat es gut gefallen.