Freitag, 14. April 2017

Helltal - Mathias Scherer



** Helltal **

von

~~ Mathias Scherer ~~

Krimi
396 Seiten


Kurz zur Geschichte
Mark Andersen, entlassen worden beim Berliner Drogendezernat, arbeitet nun als Privatdetektiv. Durch seinen ehemals besten Schulfreund Stefan Sindelar beginnt für Andersen eine Reise in seine Vergangenheit. Sindelar wird verdächtigt, den neuen Lebensgefährten seiner Frau Claudia ermordet zu haben. Er engagiert Andersen um seine Unschuld zu beweisen. Zurück in seiner alten Heimat Helltal wird Andersen in Geschichten reingezogen, die er Jahrzehntelang erfolgreich verdrängt hatte. Aber die Vergangenheit holt irgendwann jeden ein.



Meine Meinung
Und mal wieder habe ich ein Krimi-Debüt gelesen, welches ich morgens angefangen und am selben Tag, abends, beendet habe. Diese Ungewissheit wer es nun war, das hat mir einfach keine Ruhe gelassen. Das spricht doch für einen durchgängigen Spannungsbogen, oder? 
Man merkt aber schon am Schreibstil, das der Autor Drehbücher für verschiedene Soko-TV-Formate geschrieben hat, also kein ganz unbeschriebenes Blatt mehr ist. (im wahrsten Sinne des Wortes)
Ich habe mich beim Lesen durch die Geschichte treiben lassen, ohne das mir der Autor eine bestimmte Meinung oder Betrachtungsweise auf´s Auge gedrückt hat. Man nimmt es gerade so hin, wie es passiert. Die Charaktere tun ihr übriges dazu. Alle mit Ecken und Kanten, einige mit extremen Macken und sehr gewaltbereit. Klarkommen muss man beim Lesen mit einigen ruppigen und oftmals unflätigen Ausdrücken, aber in diesem Umfeld, in dem sich Andersen und Co. bewegen wunderte mich das nicht. 
Mark Andersen fand ich von Beginn an cool, ungewöhnlich und rockig, aber auch sehr empfindlich und mit einem weichen Kern versehen, vor allem wenn es um Katzen geht. Ich gestehe, das ich beim Lesen oftmals den Autor selbst als Andersen gesehen habe. Wenn man Bilder von Mathias Scherer kennt, weiß wie ich das meine. 
Interessant fand ich dann, das der aktuelle Fall sich eigentlich so weit zurück in die Vergangenheit zog, das ich immer wieder überrascht wurde. Das ist Mathias Scherer gut gelungen. 
Etwas störte mich dann aber doch, z.b. die Krähen-Gespräche und das Ende. Da wurde nochmal richtig arg aufgedreht, das mir einige Handlungen von bestimmten Personen schon zu überdreht, zu gewollt und zu unlogisch vorkamen. 
Aber ansonsten alles in allem, ein spannender, unterhaltsamer und gut zu lesender Krimi.