Sonntag, 9. April 2017

Nach dem Schmerz - Lucas Grimm



Ein Thriller mit einem Thema, welches sich aus der alten DDR-Stasi-Zeit bis in das heutige Jahr zieht und nichts an Spannung verloren hat.


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** Nach dem Schmerz **
von
 ~ Lucas Grimm ~


Thriller
320 Seiten
erschienen 
im 
PIPER Verlag


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Kurz zur Geschichte
Hannah Gold wird als kleines Mädchen gequält und gefoltert, vor den Augen ihres Vaters. Walter Gold ist Staatssekretär im Wirtschaftsministerium der DDR und er soll angeblich im Besitz von pikanten Informationen sein. Diese sollen aus Namen von westlichen Politikern, Journalisten und Unternehmern bestehen, die für die Stasi spioniert haben. Doch Gold schweigt. Nach über 27 Jahren, Hannah ist mittlerweile eine berühmte Cellistin, sieht sie ihren tot geglaubten Vater, in einem ihrer Konzerte sitzen und somit beginnt der Albtraum von Neuem.


Meine Meinung
Ich muss gestehen, das mich solche Bücher, mit den Hauptthemen Agenten, ehemalige DDR und Spionage eigentlich immer abschrecken, da mir das meistens alles so kompliziert und unübersichtlich ist, aber hier hat mich Lucas Grimm an die Hand genommen und mir gleich zu Beginn erklärt, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört und wer was warum tun muss. Das hat es mir extrem erleichtert und ich kann sagen, ich kam beim Lesen sehr gut klar.
Mit dem Journalisten David Berkoff und der Cellistin Hannah Gold hat der Autor zwei so unterschiedliche Charaktere erschaffen, die sich zwar innerhalb der Geschichte finden da sie dasselbe Ziel haben, nämlich die Rosenholz-Dateien zu finden, aber ergänzen tun sie sich wahrlich nicht. Beide haben eine andere Absicht um diese aussagekräftigen CD-ROM zu finden. Berkoff will als Journalist wieder oben auf sein und Geld scheffeln, Hannah will herausbekommen, ob ihr Vater damals wirklich den Code nicht wusste, ober ob er absichtlich schwieg und somit billigend in Kauf nahm, das sie so gefoltert wurde. 
Doch schon nach kurzer Zeit merken beide, das noch andere Gruppierungen hinter diesen Informationen her sind und zwar welche aus alten DDR-Zeiten und der BND. 
Am Ende überrascht Grimm den Leser wieder, aber mich nicht, denn ich dachte es mir schon irgendwie, denn zu Beginn wird eine Tatsache nicht richtig er- bzw. aufgeklärt und siehe da, meine Ahnung bestätigte sich. 
Richtige Spannung kam für mich leider erst ab der Hälfte des Buches auf und zum Ende hin hat der Autor alles an Action rausgeballert was noch sein musste. Hier hätte ich mir als Thriller-Fan gewünscht, das dies schon etwas früher passiert wäre und gleichmäßiger verteilt im Aufbau der Geschichte.
Wer aber gerne spannende Geschichten liest, die sich aus der Vergangenheit bis in das heutige Leben ziehen, der kann sich mit diesem Buch getrost einen schönen Lesetag machen. 



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Hauptpersonen

David Berkoff
Berkoff ist 46 Jahre alt, hat einen Sohn und driftet am Rande seines Lebens herum. Alkohol, Drogen und die traumatischen Erlebnisse als Journalist in den Kriegsgebieten haben ihn ein seelisches Wrack werden lassen. Doch ich hatte beim Lesen auch den Eindruck, das er nur minimal versucht diesen Zustand zu ändern, er redet es sich ein, wie schön es wäre wenn ... Aber irgendwie will es nicht funktionieren und er lässt zu schnell, den alten Trott wieder zu. Also Mitleid hat er von mir zu keiner Sekunde zu erwarten gehabt. Trotz allem ein Charakter, den es genauso im echten Leben geben kann.

Hannah Gold
Hannah ist 34 Jahre alt, eine berühmte Cellistin, die es sogar so weit treibt, das ihr Cello den Namen "Ruben" hat und sie in die Welt der Musik abtaucht und alles um sich herum vergessen kann. Seit den dramatischen Erlebnissen als 7-jährige, kann sie keinen körperlichen Schmerz mehr empfinden. Sie verletzt sich und das Blut strömt nur so aus der Wunde, egal, sie merkt es nicht. Doch was sie merkt ist der seelische Schmerz. Dieser wird nie vergehen und hier hatte ich beim Lesen oftmals Mitleid.

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